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Rote Segel für die Fantasie Burkhardt Rokahr
erinnert an Theophano Quedlinburg. „Der vom Festland herabkommende Wind füllte die purpurnen Lateinersegel, trieb die Galeere gefahrlos über das Marmarameer nach Westen.“ Diesen Vers von Eberhard Horst über Theophano, Deutsche Kaiserin aus Byzanz, sollte man durchaus im Hinterkopf haben, wenn man der Installation in der Quedlinburger Blasiikirche begegnet. Der Wolfenbütteler Künstler Burkhardt Rokahr will dort an die Herrscherin erinnern: 40 zwei Meter hohe Doppeltücher füllen mit ihrem leuchtenden Margentarot das Kirchenschiff. Gehalten werden sie von zwölf zehn Meter langen Doppelbindfäden, die sich zwischen den Emporen spannen. Improvisation „Das System des Aufbaus gehört zur Installation“, sagt Rokahr, der Besucher auf der Empore sehen will - „Schönheit von oben“, sagt er, so erschließe sich die Kunst dem Betrachter am besten. Und: „Ich erwarte keine Auseinandersetzung.“ Schließlich gebe es keine Garantie, dass seine Kunst gemocht wird. Kunst, sagt der Künstler, ist das
Erfindungsvermögen des Menschen. Der macht etwas aus etwas.
Kreativ dagegen sein Gott: „Er macht etwas aus nichts.“ Rokahrs
Erfindungsvermögen richtet sich vor allem nach Innen; „man
kann seine Erinnerungen ausprobieren“, stellt der 60-jährige
seine Arbeit in den Raum. Sie ist abstrakt, und damit bietet sie
Betrachtern die Möglichkeit, „die Installation in Ruhe als
Material, Farbe, Form und Gestalt auf sich wirken zu lassen und ihre
Fantasien dazu ernst zu nehmen.“ Rita Kunze |